Die baupolitische Sprecherin der Landtags-Grünen, Ursula Sowa, begrüßt das neue Förderprogramm „Gewerbe zu Wohnen“ des Bundes. Mit Zuschüssen von bis zu 30.000 Euro pro neu entstehender Wohneinheit setze der Bund einen wichtigen Anreiz, leerstehende Gewerbeimmobilien in dringend benötigten Wohnraum umzuwandeln.
„Die neue Förderung ist ein starkes Signal. Sie macht deutlich: Wer den Gebäudebestand nutzt, statt neu zu versiegeln, handelt klug und verantwortungsvoll. Jede gelungene Umnutzung schafft Wohnraum, schont Flächen und spart wertvolle Ressourcen.“
Aus Sicht von Sowa kann das Programm seine volle Wirkung aber nur entfalten, wenn auch die baurechtlichen Rahmenbedingungen endlich angepasst werden.„Genau deshalb haben wir Grünen die gesetzliche Einführung einer Umbauordnung beantragt. Es braucht Bauregeln, die den Umbau im Bestand überhaupt sinnvoll ermöglichen. Noch immer sind viele Vorgaben in der Bayerischen Bauordnung auf den Neubau ausgerichtet. Wer ein bestehendes Gebäude umbauen oder umnutzen will, muss oft dieselben bürokratischen Anforderungen erfüllen wie beim Neubau. Das ist weder sinnvoll noch zeitgemäß.“
Nachdem die Landtags-Grünen das Thema auf die politische Agenda gesetzt haben, hat inzwischen auch die Staatsregierung einen Gesetzentwurf für Erleichterungen beim Bauen im Bestand vorgelegt. Entscheidend sei nun, dass daraus tatsächlich praxistaugliche gesetzliche Änderungen werden.
„Wir brauchen endlich einen echten Perspektivwechsel in der Baupolitik. Der Gebäudebestand ist keine Altlast, sondern eine wertvolle Ressource. In bestehenden Gebäuden steckt enorme graue Energie, die wir erhalten müssen. Wer umbaut statt abreißt, spart Rohstoffe, vermeidet CO2-Emissionen und schafft zugleich dringend benötigten Wohnraum. Genau darin liegt ein zentraler Baustein der Bauwende.“, so Sowa.
Gerade in Bayerns Städten und Gemeinden gebe es zahlreiche leerstehende Büros, Ladenlokale und andere Gewerbeimmobilien, die sich für eine Wohnnutzung eigneten. Damit dieses Potenzial gehoben werden könne, müssten Förderprogramme und Baurecht Hand in Hand gehen.
„Die neue Bundesförderung ist ein wichtiger Schritt. Jetzt braucht es den nächsten: Bayern muss unsere Initiative für eine Umbauordnung endlich umsetzen. Wenn Förderanreize und vereinfachte Bauvorgaben zusammenkommen, kann aus leerstehenden Gewerbeflächen schnell neuer Wohnraum entstehen. Dann gilt am Ende: Ende gut, alles gut.“
Grüner Antrag „Umbauordnung entwickeln – Erleichterungen für das Bauen in Bestand schaffen“
München, 09.07.2026