Wirtschaftsmotor statt Strukturkrise: Eine Studie im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums belegt, wie massiv ländliche Regionen von der Energiewende profitieren. Das oberfränkische Wunsiedel wird darin als bundesweites Musterbeispiel gefeiert. Für die oberfränkischen Grünen-Abgeordneten MdL Ursula Sowa und MdB Lisa Badum ist klar, dass der „Wunsiedler Weg“ zeigt, wie lokale Wertschöpfung funktioniert.
Nach dem Niedergang der Porzellanindustrie drohte Wunsiedel der Absturz. Doch die Stadt steuerte frühzeitig um, baute eigene Wind- und Solaranlagen und produziert heute sogar grünen Wasserstoff. Inzwischen sind die Stadtwerke der größte Gewerbesteuerzahler der Kommune. Die Gewinne fließen direkt zurück an die Menschen vor Ort: Die Mehreinnahmen finanzieren den gezielten Kita-Ausbau, Schulsanierungen und ein schnelles Glasfasernetz. Weil sich die Bürgerinnen und Bürger zudem finanziell an den Anlagen beteiligen können und von günstiger, regionaler Energie profitieren, ist die Akzeptanz für die Energiewende vor Ort enorm hoch.
Statt des einst prognostizierten Einwohnerschwunds verzeichnet Wunsiedel heute sogar wachsende Zuzugs- und Geburtenzahlen – Wartelisten für Kitaplätze gibt es trotzdem keine. Laut Studie soll die lokale Wertschöpfung durch Erneuerbare Energien deutschlandweit bis 2033 auf 21 Milliarden Euro jährlich steigen, wovon mehr als die Hälfte direkt in den Kommunen bleibt. Ursula Sowa fordert daher ein Umdenken in der Landespolitik: „Wunsiedel hat die Demografie-Prognosen auf den Kopf gestellt. Der Freistaat muss jetzt alle bürokratischen Hürden abbauen, damit ganz Bayern von diesem Modell profitieren kann.“
Für Lisa Badum ist Wunsiedel der beste Beweis für die Vorteile erneuerbarer Energie: „Die Energiewende ist kein Kostenfaktor, sondern ein Konjunkturprogramm für den ländlichen Raum. Was in Oberfranken kann, kann ganz Deutschland. Statt des fossilen Rückschritts, den uns Katherina Reiche aufzwingen will, brauchen wir volle Kraft für die erneuerbare Zukunft, damit Kommunen überall diesen Weg gehen können.“
Bamberg, 07.07.2026
Die im Artikel erwähnte Studie finden Sie hier: https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Publikationen/Studien/staerkung-der-regionalen-wertschoepfung-durch-erneuerbare-energien.pdf?__blob=publicationFile&v=2