Freiheitsenergien
Die Grüne Landtagsfraktion traf sich am Donnerstag und Freitag, 17./18. September 2026, zu ihrer Fraktionsklausur unter dem Motto „Raus aus Öl und Gas. Rein in Bayerns Freiheit." in Nürnberg in Mittelfranken. Das vollständige Programm finden Sie hier.
Bayern hat seine Freiheit selbst in der Hand. Wer Energie vor Ort erzeugt, wirft die Ketten ab, in die uns die Abhängigkeit von Krisenrouten wie der Straße von Hormus, von Pipelines und LNG-Tankern geführt hat. Solange Autokraten den Energiemarkt und unsere Preise diktieren, bezahlen wir alle dafür mit steigenden Preisen und wachsender Unsicherheit.
Dabei ist die Lösung greifbar nah: bei uns selbst. Wer Energie vor Ort erzeugt, gewinnt seine Freiheit zurück - für Familien und Kommunen, für Handwerk und Industrie. Wind- und Sonnenkraft, Speicher, intelligente Netze und innovative Technologien sorgen dafür, dass unsere Versorgung unabhängig, verlässlich und bezahlbar bleibt. In Summe: Freiheitsenergien sind das Gegenmodell zu den Turbulenzen auf den Weltmärkten.
Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende, Landtags-Grüne:
„Wer seine Energie selbst erzeugt, kreiert Freiheit. Wind, Sonne, Geothermie und Speicher machen uns unabhängig von Autokraten, Krisen und Preisschocks. Statt Milliarden für Öl und Gas ins Ausland zu überweisen, investieren wir in unsere Heimat, in Arbeitsplätze und bezahlbare Energie. So holen wir uns die Kontrolle über unsere Versorgung zurück zu den Menschen im Land.“
Zum Auftakt unserer Klausur fand am Donnerstag, 17.9.26, 10 Uhr bis 11.15 Uhr, unser politischer Frühschoppen im Gasthaus Bruderherz statt. Gemeinsam mit unseren Gästen Joe Kaeser, Aufsichtsratsvorsitzender von Siemens Energy und Daimler Truck, und Philipp Lahm, DFB-Ehrenspielführer, Unternehmer, Vorstandsvorsitzender der Philipp-Lahm-Stiftung für Sport und Bildung sowie Initiator von Treffpunkt Verein, unterhielten sich Katharina Schulze und die Landtags-Grünen in launiger Runde über Herausforderungen für Wirtschafts- und Sportwelt in diesen Zeiten unterhalten.
Joe Kaeser, Aufsichtsratsvorsitzender Siemens Energy und Daimler Truck; Katharina Schulze, MdL; Philipp Lahm, DFB-Ehrenspielführer, Unternehmer, Vorstandsvorsitzender Philipp-Lahm-Stiftung für Sport und Bildung, Initiator treffpunkt verein © Matthias MerzKatharina Schulze:
„Für Bayerns Freiheit braucht es neben sicheren und unabhängigen Energiequellen wirtschaftliche Stärke, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Menschen, die Verantwortung übernehmen. Joe Kaeser und Philipp Lahm stehen genau dafür. Sie bringen unterschiedliche Erfahrungen aus Wirtschaft, Sport und Bildungsarbeit mit. Ich freue mich auf einen offenen und spannenden Austausch zum Auftakt unserer Klausur.“
Philipp Lahm hob dabei die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements für die Gesellschaft heraus:
„Die meisten Vereine leben von Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtlern. Die muss man gut unterstützen. Das betrifft uns alle: die Zivilgesellschaft, aber auch Politik, Wirtschaft und Stiftungen. Es gibt sehr viele Menschen in unserem Land, die sich für die Gesellschaft und für andere engagieren. Die muss man richtig unterstützen, damit es weiterhin Orte gibt, an denen ganz unterschiedliche Menschen zusammenkommen und dieses Gemeinschaftsgefühl erleben.“
Auch der Umgang mit der globalen Erwärmung war Thema der Runde.
Joe Kaeser betonte:
„Der Schlüssel ist Innovation. Innovation kannst du nur machen, wenn du weißt, wie es geht – also mit Know-how und Bildung. Dann müssen wir Produkte und Leistungen bei uns anwenden und zeigen: Schau mal, wenn du das machst, hast du einen Vorteil. Das muss der Schlüssel sein, um die globale Erwärmung zu bekämpfen.“
Zeit für Fragen und Hintergründe gab es beim anschließenden Presse Jour fixe mit Katharina Schulze, ebenfalls im Gasthaus Bruderherz Nürnberg.
Ab 13.15 Uhr ging es um „Freiheitsenergien made in Bavaria: Von kalter Nahwärme bis zum Mini-Speicher“. In dieser spannenden Runde war Thema, wie bayerische Energieunternehmen innovative Lösungen aus der Nische in den Alltag bringen. Darüber sprachen die Landtags-Grünen unter anderen mit Zeitgeist Engineering, Consolinno Energy GmbH und FlexHome.Energy.
Katharina Schulze, MdL, und Martin Stümpfig, MdL mit dem Panel "Freiheitsenergien made in Bavaria: Von kalter Nahwärme bis zum Mini-Speicher" © Matthias MerzKatharina Schulze:
„Bayerische Unternehmen zeigen, wie aus Ideen konkrete Lösungen für den Alltag werden – von kalter Nahwärme bis zum Mini-Speicher. Diese Innovationskraft vor Ort gilt es zu fördern, denn sie sichert Arbeitsplätze in der Region. Das sind echte Innovationen, die bestenfalls richtig groß werden. Jede Energieform, die wir vor Ort erzeugen und speichern können, stärkt unsere Wertschöpfung in Bayern.“
Max Bögl – Thomas Schmid, Schnittstellenkoordinator:
„Fortschritt baut man aus Ideen, so entstehen Innovationen dort, wo diese Ideen auch in die Praxis gebracht werden. Als bayerisches Familienunternehmen entwickeln und realisieren wir Energielösungen mit dem Anspruch, technische Innovationen für konkrete Anwendungen nutzbar zu machen. Diese Verbindung von Entwicklungskompetenz und Umsetzungskraft macht für mich den besonderen Reiz unseres Unternehmens und unseres Standorts aus.“
Consolinno Energy – Dr.-Ing. Simon Köppl, Head of Strategy & Products:
„Weg vom "Best-Practice hinzu "Must-have". Die Energiewende wird dann erfolgreich sein, wenn intelligente Energielösungen für jeden Haushalt und jedes Unternehmen selbstverständlich werden. Wir arbeiten mit unseren Energiemanagementsystemen daran, komplexe Energiesysteme einfach nutzbar zu machen und Innovationen „made in Bavaria“ in die breite Anwendung zu bringen. Damit Technologie aus dem Freistaat für Wertschöpfung sorgt und Klimaschutz Geld spart, aber auch einfach Spaß macht.“
Fenecon – Leonhard Kriegl, Prokurist:
„Wir entwickeln und Produzieren in Bayern aus überschüssigen Fahrzeugbatterien intelligente Stromspeicher. Diese können dezentral sinnvoll an bestehende Industrie- und Solarparknetzanschlüsse eingesetzt werden.“
FlexHome Energy – Jörg Kranzfelder, Projektentwickler:
„Die Energiewende gelingt dann, wenn alle Menschen daran teilhaben können – auch ohne eigenes Dach. Mehr als die Hälfte der Menschen lebt in Mehrfamilienhäusern und hat bislang kaum Zugang zu dezentraler Flexibilität. Mit FlexHome bringen wir Flexibilität per Plug-and-Play-Speicher direkt in die Haushalte und bieten sie Energieversorgern und Netzbetreibern als Service und zur exklusiven Steuerung an. So wird aus vielen kleinen Speichern ein großes dezentrales Flexibilitätskraftwerk – für stabile Netze, mehr Versorgungssicherheit und eine bezahlbare Energiewende für alle.
Polarstern Energie – Laura Meiser, Dezentrale Energielösungen:
„Um die Energiewende zu beschleunigen, brauchen wir Lösungen, die Menschen unmittelbar erreichen. Dezentrale Modelle wie Mieterstrom oder lokale Energiekonzepte machen erneuerbare Energie erlebbar und ermöglichen es immer mehr Menschen, aktiv an der Energiewende teilzuhaben. Damit solche Innovationen den Sprung in die Breite schaffen, müssen die politischen Rahmenbedingungen ihren konkreten Nutzen für die Menschen erhalten und stärken. Denn die Energiewende wird am Ende dort bewertet, wo sie ankommt: im Alltag und auf der Stromrechnung.“
Zeitgeist Engineering – Thomas Vogel, Geschäftsführer:
„Wir denken Energieversorgung immer sektorgekoppelt und setzen das seit vielen Jahren ganz konkret um – mit dezentralen Energiequartieren und lokalen Nahwärmenetzen, in denen Strom, Wärme, Speicher und Mobilität intelligent zusammenspielen. Technisch ist vieles längst möglich, regulatorisch bleibt die lokale und regionale Nutzung erneuerbaren Stroms jedoch oft unnötig kompliziert – mit der Folge, dass Strom abgeregelt wird, obwohl er sinnvoll für Wärme, Mobilität oder Speicherung genutzt werden könnte. Damit solche Lösungen aus einzelnen Projekten wirklich in den Alltag kommen, müssen Erzeugung, Nutzung, bestehende Netze und notwendiger Netzausbau künftig deutlich besser zusammengedacht werden.“
Nuno Labs – Naomi Jaguttis, Gründerin und Geschäftsführerin:
„Wir leisten einen Beitrag zur Integration von Solarenergie, indem wir sie profitabler machen. Als Team mit Wurzeln an der TU München und starker Vernetzung im Münchner Startup-Ökosystem finden wir hier ideale Startbedingungen, um von München aus in den deutschen und europäischen Markt zu wachsen."
Ab 18.00 Uhr war die lokale Bevölkerung zum „Bürger*innen-Dialog“ eingeladen.
Ein Besuch im Tiergarten Nürnberg läutete den zweiten Tag der Fraktionsklausur am Freitag, 18.9.26 (8.45-10.45 Uhr) ein. Im städtischen Tiergarten wird seit über 20 Jahren die Energiewende als ganzheitliches System sichtbar: Photovoltaik, Solarthermie, BHKW, Wärmenetze, Gebäudesanierung und innovative Technologien greifen hier ineinander - "Klimaschutz beginnt vor Ort" hat der Tiergarten es genannt. Wir freuen uns über die außergewöhnliche Einblicke in die Energiewende bei diesem tierischen Ortstermin.
Abgeordnete beim Besuch des Nürnberger Tiergartens mit Dr. Dag Encke, Direktor Tiergarten Nürnberg © Matthias Merz
Katharina Schulze:
„Der Tiergarten Nürnberg schaut mit seinen Maßnahmen und Konzepten zum energiesparenden Bauen, Sanieren und Betreiben und dem klima- und ressourcenschonenden Wirtschaften bei so Sachen wie Futtermittelbeschaffung weit über seinen Tellerrand hinaus. Viele kluge, nachhaltige Lösungen greifen in diesem städtischen Betrieb ineinander.“
Um 11.30 Uhr fand die Klausur-Pressekonferenz mit Katharina Schulze statt. Hier wurde auch das erarbeitete Klausurpapier vorgestellt.
Nachmittags (ab 13.30 Uhr bis 15.15 Uhr) geht es zum Ortstermin am Pumpspeicherkraftwerk Happurg. Es soll zum wichtigsten Energiespeicher Bayerns werden und wird derzeit aufwendig saniert. Pumpspeicherkraftwerke speichern Energie, stabilisieren das Stromnetz bei schwankender Solar- und Windenergie und lassen sich schnell und effizient steuern.
Katharina Schulze:
„Das Pumpspeicherkraftwerk Happurg ist der gigantische Akku der Energiewende. Es speichert Strom, stabilisiert das Netz und gleicht aus, wenn Sonne und Wind schwanken. Mit der geplanten Wiederinbetriebnahme 2028 soll es zum wichtigsten Energiespeicher Bayerns werden – ein beeindruckendes Projekt.“
Der Ortstermin in Happurg beschließt die Herbstklausur der Landtags-Grünen.
Katharina Schulze:
„Ob Photovoltaik, Solarthermie und Wärmenetze im Tiergarten, kalte Nahwärme und Mini-Speicher aus bayerischen Unternehmen oder der gigantische Energiespeicher in Happurg: Auf unserer Klausur zeigen wir, dass viele kluge Lösungen in Bayern längst bereitstehen. Wenn sie ineinandergreifen, entsteht ein vielfältiges, intelligentes Energiesystem. So wird aus technischer Innovation politische Unabhängigkeit, aus Klimaschutz Versorgungssicherheit und aus Heimat-Energie mehr Freiheit für den ganzen Freistaat.“
Dokumente zum Download
Klausurpapier Freiheitsenergien: Selbst erzeugt. Sicher versorgt.
Pressepapier