Landwirtschaftsausschuss nimmt Antrag der Grünen an – MdL Sowa aus Bamberg begrüßt positives Signal für die Gaststätten in Oberfranken
Ein einstimmiges Votum für einen Antrag der Grünen ist im Bayerischen Landtag keine Selbstverständlichkeit: Der Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus hat den von der niederbayerischen Landtagsabgeordneten Mia Goller im Landtag eingebrachten Antrag zum besseren Schutz bestehender Wirtshäuser bei einem Betreiberwechsel einstimmig angenommen.
Der Antrag zielt darauf ab, den Bestandsschutz bei einer Betriebsnachfolge gesetzlich besser abzusichern. Wer ein bestehendes Wirtshaus übernehmen möchte, soll nicht durch unverhältnismäßige Auflagen und kostspielige Nachrüstpflichten abgeschreckt werden. Die Staatsregierung soll deshalb prüfen, wie sich praktikable Lösungen für die Übernahme bestehender Gaststätten schaffen lassen.
Eine baupolitische Perspektive auf das Anliegen ihrer Fraktionskollegin hat Ursula Sowa aus Bamberg. Sie setzt sich als Abgeordnete für eine so genannte „Umbauordnung“ ein. „Dabei geht es darum, Gebäude zu erhalten, Umnutzungen zu vereinfachen und neue Nutzungen möglich zu machen“, erklärt sie. Ein Wirtshaus kann ihrer Meinung nach auch zu einem Bürgertreff werden, zu einer Begegnungsstätte oder einem Stützpunkt einer Volkshochschule: „Wichtig ist der soziale Treffpunkt, vor allem im ländlichen Raum, aber durchaus auch in den Stadtteilen.“
Mia Goller sagt: „Ein Wirtshaus ist doch nicht einfach nur ein Ort, an dem man eine Halbe trinken oder ein Schnitzel essen kann. Gerade auf dem Land ist es oft der Mittelpunkt des Dorflebens. Da wird geratscht, diskutiert, manchmal auch gestritten – und hinterher sitzt man trotzdem wieder gemeinsam am Tisch. Das ist gelebte Gemeinschaft und manchmal sogar gelebte Demokratie.“
Nun sei die Staatsregierung gefragt, die angestoßene Prüfung zügig aufzugreifen und praktikable Lösungen für die Wirtsleute zu entwickeln. Denn damit Wirtshäuser als Orte der Begegnung erhalten bleiben, brauche es nicht nur engagierte Betreiberinnen und Betreiber, sondern auch passende politische Rahmenbedingungen und natürlich Menschen, die hingehen.
Bamberg, 23.10.26