Zum 31. Dezember 2026 läuft die bayerischen Holzbauförderung (BayFHolz) überraschend und klammheimlich endgültig aus. Eine Verlängerung der Förderung ist nicht vorgesehen. Eine Antragstellung für neue Vorhaben ist nicht mehr möglich.
Während Bayern dringend bezahlbaren und klimafreundlichen Wohnraum braucht, zieht die Staatsregierung erneut die Handbremse: Die bayerische Holzbauförderung läuft überraschend und ohne öffentliche Ankündigung zum 31. Dezember 2026 aus. Eine Verlängerung ist nicht vorgesehen, neue Anträge können bereits jetzt nicht mehr gestellt werden. Damit verabschiedet sich die Staatsregierung von einem zentralen Instrument für klimafreundliches Bauen.
„Wer die Holzbauförderung streicht, blockiert aktiven Klimaschutz im Gebäudebereich“, kritisiert Ursula Sowa, Sprecherin für Bau der Landtags-Grünen. „Holz bindet CO₂, senkt graue Emissionen und stärkt regionale Wertschöpfungsketten. Statt diesen zukunftsfähigen Baustoff weiter zu fördern, setzt die Staatsregierung auf Beton und Bürokratie.”
Mit dem Aus der Förderung wird die dringend notwendige Bauwende ausgebremst. Der viel beschworene „Bauturbo“ der Staatsregierung läuft damit künftig auf Beton.
"Nach der Energiewende jetzt die nächste Blockade: Die Union zeigt, dass sie weder beim Strom noch beim Bauen verstanden hat, was Klimaschutz bedeutet“, so Ursula Sowa weiter. „Statt Wandel zu gestalten, verteidigt sie Strukturen von gestern – auf Kosten von Handwerk, Wohnraum und Klima.“
Die Holzbauförderung hatte in den vergangenen Jahren Bauherrinnen und Bauherren, Kommunen sowie Unternehmen dabei unterstützt, nachhaltige Materialien einzusetzen und innovative Bauweisen zu erproben. Mit ihrem Ende wird der Branche Planungssicherheit entzogen – und der Umstieg auf klimagerechtes Bauen massiv erschwert.
Mia Goller, Sprecherin für Wald der Landtags-Grünen: “Das ist doch Irrsinn, gerade in Zeiten schwächelnder bayerischer Wirtschaft und des Klimawandels einem nachhaltigen Wirtschaftszweig die Grundlage zu entziehen. Es ist doch nur sinnvoll, das Holz aus Bayerns Wäldern auch hier zu verbauen. Die Staatsregierung setzt mit dem Förderstopp die Axt an die heimische Forst- und Bauwirtschaft.”
Die Landtags-Grünen fordern daher eine Fortführung und Weiterentwicklung der Holzbauförderung als zentrales Instrument einer sozial-ökologischen Bauwende: mit klaren Klimazielen, weniger Bürokratie und fairen Bedingungen für nachhaltiges Bauen in Stadt und Land.
Hintergrund:
Die Bayerische Holzbauförderung (BayFHolz) läuft zum Jahresende 2026 aus. Informationen: https://www.stmb.bayern.de/buw/bauthemen/gebaeudeundenergie/foerderprogramme/bayfholz/index.php
Umfang der Förderung:
Die Zuwendung wird als Zuschuss gewährt. Die Zuwendungshöhe beträgt 500 Euro je Tonne der in den Holzbauelementen und Dämmstoffen gebundenen Kohlenstoffmenge. Maßnahmen unter 25.000 Euro werden nicht gefördert. Die maximale Gesamtzuwendung beträgt 200.000 Euro je Baumaßnahme.
https://www.stmb.bayern.de/buw/bauthemen/gebaeudeundenergie/foerderprogramme/bayfholz/index.php
Seit Einführung wurden 487 Vorhaben bewilligt mit einem Mitteleinsatz von insgesamt rund 55,1 Mio. Euro. Von den bisher geförderten Bauvorhaben entfallen rund zwei Drittel auf private und ein Drittel auf kommunale Vorhaben (Stand September 2025).
https://www.bayern.landtag.de/www/ElanTextAblage_WP19/Drucksachen/Schriftliche%20Anfragen/19_0007831.pdf