Ein Jahr lang vier verschiedene Handwerksberufe für je drei Monate ausprobieren und dabei den Weg in eine Ausbildung ebnen. Diese Idee hinter dem neuen “Freiwilligen Handwerksjahr” findet die Bamberger Landtagsabgeordnete Ursula Sowa (B90/Grüne) hervorragend. Ihren Worten zufolge ist es eine grüne Idee gewesen, die nun von der Staatsregierung umgesetzt wird.
„Aber leider ist daraus ein handwerklich schlecht gemachter Schnellschuss geworden. Idee: eins plus – Umsetzung: ungenügend“, lautet daher Sowas Urteil. Ihre Kritik: Die Staatsregierung will für ein Pilotprojekt gerade einmal 150.000 Euro bereitstellen – zunächst nur für das Jahr 2026. Die Grünen hingegen schlagen 500.000 Euro für zwei Jahre vor, und haben einen entsprechenden Haushaltsantrag gestellt. Außerdem fordern sie ein durchdachtes Konzept mit Koordinierungsstellen und wissenschaftlicher Begleitung.
Sowas MdL-Kollege Andreas Birzele, selbst Schreinermeister und Beauftragter für das Handwerk der Landtags-Grünen, sagt: „Was Bayern braucht, ist ein wirklich tragfähiges Modellprojekt mit klarer Struktur und in mehreren Modellregionen, das belastbare Erkenntnisse liefert.“
Sowa und Birzele verweisen auf den großen Fachkräftebedarf im Handwerk: Bundesweit werden laut Zentralverband des Deutschen Handwerks rund 200.000 zusätzliche Fachkräfte benötigt
Das grüne Modell orientiert sich am erfolgreichen Pilotprojekt der Handwerkskammer Lübeck in Zusammenarbeit mit dem Schleswig-Holsteinischen Institut für Berufliche Bildung. Über 150 Betriebe beteiligen sich derzeit und erste Teilnehmende haben bereits während des Freiwilligen Handwerksjahrs in eine Ausbildung gewechselt.