Landtags- und Kreisverbandsgrüne wollen mit Sprechstunde zum Hofer Bahnhof gemeinsam mit Interessierten Anstöße für die Zukunft des Hofer Bahnhofsgebäudes generieren
Hof. Kürzlich luden die Grüne Landtagsabgeordnete Ursula Sowa und die Stadträtin Gudrun Kiehne alle interessierten Bürgerinnen und Bürger zum Austausch über den Hofer Bahnhof ein. Dieser war Anfang des Jahres im Online-Ranking des Reiseportals „Tripz“ zum hässlichsten Bahnhof Deutschlands gewählt worden. Doch das war nicht das erste Mal, denn seit mehreren Jahren steht der Hofer Bahnhof im Mittelpunkt von Diskussionen. Dabei versteckt sich hinter dem sanierungsbedürftigen Gebäude ein historisches Juwel mit einer einzigartigen Geschichte und besonderen Räumlichkeiten. „Beim Hofer Bahnhof handelt es sich um ein großartiges Einzeldenkmal“, findet Ursula Sowa, baupolitische Sprecherin und selbst Architektin.
Zusammen mit Bürgerinnen, Bürgern und Vorständen des Kreisverbands diskutierten Sowa und Kiehne über Chancen und Risiken des geschichtsträchtigen Gebäudes. Dabei wurde als kritische Aspekte der Zeithorizont der angeleiteten Maßnahmen und die Diskussionskultur identifiziert: Man müsse endlich ins Machen kommen statt zu diskutieren, fanden die anwesenden Bürger. Bereits im Kommunalwahlkampf 2020 habe Markus Söder eine Machbarkeitsstudie vorgeschlagen, die nun erst durchgeführt werde. Auch sei mit dem Gutachten erst 2027 zu rechnen. „Die Durchführung der Machbarkeitsstudie ist ein kluger und notwendiger Schritt. Der Zeitrahmen ist jedoch sehr lange“, erläutert Kiehne Sie fordert: „Es braucht unbedingt einen Zwischenbericht für den Stadtrat.“
Weiterhin sind die Bürger enttäuscht von der Deutschen Bahn, die dem Potenzial und der Bedeutung des Hofer Bahnhofs nicht bewusst sind und daher scheinbar nicht in eine angemessene Sanierung der Liegenschaft investieren will. Hierzu wurden Möglichkeiten erörtert, wie der Bahn die Wichtigkeit des Ortes und einer Investition gezeigt werden könne. Aber auch finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten wurden erörtert: „Wenn es um barrierefreie Sanierungsarbeiten geht, kann der Freistaat einspringen. Auch im Bereich der Denkmalpflege besteht ein Anspruch auf Fördermittel“, weiß die Landtagsgrüne. „Weiterhin empfehle ich der Stadt, den Bereich als Sanierungsgebiet auszuweisen. Somit kann eine Städtebauförderung beantragt werden.“ Zusätzlich zu diesen Ideen wollen die grünen Kommunal- und Landespolitikerinnen versuchen, parteiübergreifend alle Beteiligten zusammenzubringen, um weitere Schritte voranzutreiben. „Der Hofer Bahnhof hat das Potential, zum schönsten Bahnhof Bayerns erklärt zu werden“, findet Sowa. „Nach einer erfolgreichen Sanierung und mit einer angemessenen Nutzung zum Beispiel als Kulturbahnhof mit VHS oder Stadtbücherei.“ Als Mitglied des Landesdenkmalrates könne sie sich vorstellen, dieses Gremium einzubeziehen, wenn Stadtrat und Oberbürgermeister dies befürworteten.
Auf Bild 1:
Vorne v.l.: Harald Schmalfuß (Vorstand des Kreisverbands), Ursula Sowa (MdL), Gudrun Kiehne (Stadträtin), Renate Fuchs (Stadträtin und Vorstand)
Auf Bild 2:
Vorne v.l.: Harald Schmalfuß (Vorstand des Kreisverbands), Ursula Sowa (MdL), Gudrun Kiehne (Stadträtin)
19.05.2026