Das Bundeskabinett hat heute das Klimaschutzprogramm 2026 beschlossen. Die Grüne Landtagsfraktion begrüßt die stärkere Fokussierung auf Energieeffizienz, Sanierung und soziale Flankierung im Gebäudesektor. In der vorliegenden Form bleibt das Programm jedoch hinter den Anforderungen an eine wirksame Bauwende im Bestand zurück.
„Der Gebäudesektor steht unter enormem Transformationsdruck. Die aktuellen Emissionsdaten zeigen unmissverständlich: Die Klimaziele sind nur erreichbar, wenn wir den Fokus konsequent auf bestehende Gebäude legen – auf Weiterbauen, Umnutzen und intelligentes Transformieren statt Abriss und Neubau”, erklärt Ursula Sowa, MdL, Sprecherin für Bauen der Grünen Landtagsfraktion.
Was im Klimaschutzprogramm fehlt, ist ein stringentes Gesamtkonzept für klimagerechtes Planen und Bauen im Bestand. Die Fraktion fordert eine klare Nachschärfung in folgenden Punkten:
· Bestandserhalt und Umnutzung konsequent vor Neubau priorisieren
· Verbindliche Rahmenbedingungen und Anreize für zirkuläres Bauen schaffen
· Materialeffizienz und Lebenszyklusbetrachtung systematisch in Förderprogramme integrieren
· Mehr Planungs- und Investitionssicherheit für alle am Bau Beteiligten
„Wohnraum entsteht nicht nur durch Neubau. Leerstand, Büroflächen, untergenutzte Gebäude – all das sind Potenziale, die wir heben müssen. Wer die Wohnungsfrage und die Klimafrage gleichzeitig lösen will, kommt an der Förderung von Umbau und Umnutzung nicht vorbei”, betont Jürgen Mistol, MdL, Sprecher für Wohnen.
Planung im Bestand ist komplex und zeitintensiv, aber entscheidend für den Erfolg der Maßnahmen. Ohne ausreichende Fördermittel für Planungsleistungen, gezielte Anreize für zirkuläre Materialkonzepte und eine konsequente Priorisierung von Umnutzung bleibt das Programm wirkungsschwach. „Wer die Bauwende ernst meint, muss die Planung dort stärken, wo sie den größten Hebel hat – und dieser Hebel ist der Bestand”, so Sowa abschließend.
- April 2026