Die Grüne Landtagsfraktion fordert mit einem Haushaltsantrag die Staatsregierung auf, die geplanten Kürzungen für das bayernweite Stipendienprogramm zur Frauenförderung in der Wissenschaft zurückzunehmen.
„Die Staatsregierung ist durch das Hochschulinnovationsgesetz verpflichtet, auf die Parität bei Professuren hinzuarbeiten und Frauen in der Wissenschaft zu stärken. Bis hier Gleichstellung erreicht ist, ist es noch ein weiter Weg. Dass jetzt bei einem zentralen Instrument der Gleichstellung gekürzt werden soll, ist ein fatales Signal“, so Julia Post, frauenpolitische Sprecherin der Grünen im Bayerischen Landtag.
Durch das Programm zur „Realisierung der Chancengleichheit für Frauen in Forschung und Lehre“ werden seit 2008 Wissenschaftlerinnen während der Promotions-, Postdoc- und Habilitationsphase gefördert. Voraussetzung ist zudem, dass die Frauen eine akademische Laufbahn mit dem Ziel einer Professur in Deutschland anstreben.
„Die Kürzungen müssen zurückgenommen werden“, fordert die wissenschaftspolitische Sprecherin der Grünen Fraktion, Verena Osgyan. „Gute Bedingungen in der Wissenschaft ist ein Standortfaktor. Hierzu gehört auch ein aktives Hinarbeiten auf die Gleichstellung.“ In Bayern liegt der Frauenanteil bei Professuren bei lediglich 26%, wobei in den vergangenen Jahren erhöht hat – Fortschritte, die durch die Kürzungen der Gelder zunichte gemacht werden könnten.
Auch oberfränkische Standorte Bamberg, Bayreuth und Hof trifft das Thema. Der Bayreuther Abgeordnete Tim Pargent betont: „Gleichstellung ist noch lange nicht erreicht. An der Universität Bayreuth sind 25%, an der Hochschule Hof lediglich 19% der Professuren von Frauen besetzt. Daher braucht es dringend gut ausgestattete Programme, die dem entgegenwirken.“
Die Bamberger Landtagsabgeordnete Ursula Sowa merkte an: „Wünschenswert wäre es, dass die Universität in Bamberg in den nächsten Jahren Parität anstrebt.“ Aktuell liegt der Anteil von Professuren, die von Frauen besetzt sind, in Bamberg bei 31,8 % und damit deutlich über dem bayernweiten Schnitt.
Bamberg, 07. April 2026