Die Klimakrise zwingt uns zum Umdenken – auch und gerade im Bausektor. Gebäude verursachen einen erheblichen Teil der CO₂-Emissionen, vor allem durch energieintensive Baustoffe wie Beton und Stahl. Gleichzeitig stehen wir vor einem tiefgreifenden Waldumbau hin zu klimaresilienten Mischwäldern mit deutlich höheren Laubholzanteilen.
Mit unserem Antrag „Holz neu denken – Waldumbau, Holzbau und Rohstoffwende intelligent verknüpfen“ haben wir im Bayerischer Landtag gefordert, diese Entwicklungen endlich strategisch zusammenzudenken. Ziel muss es sein, den nachwachsenden Rohstoff Holz so nachhaltig und naturverträglich wie möglich bereitzustellen und ihn so intelligent und effizient wie möglich zu nutzen. Dazu ist u. a. der Anteil von Holzbau in der Gebäudekonstruktion und im Ingenieurholzbau im Kontext der Klimaziele deutlich zu erhöhen. Leider haben die Regierungsfraktionen unseren Antrag abgelehnt. Aus grüner Sicht ist das eine vertane Chance.
Holzbau ist aktiver Klimaschutz
Holz speichert Kohlenstoff – und zwar nicht nur im Wald, sondern über Jahrzehnte hinweg im Gebäude. Wer mit Holz baut,
- bindet CO₂ langfristig,
- ersetzt klimaschädliche Baustoffe,
- stärkt regionale Wertschöpfungsketten und
- beschleunigt serielles und modulares Bauen.
Gerade im öffentlichen Hochbau muss der Freistaat mit gutem Beispiel vorangehen. Unser Ziel ist klar: Die Holzbauquote bei staatlichen Bauvorhaben muss messbar steigen.
Öffentliche Gebäude – Schulen, Verwaltungsbauten, Hochschulen – eignen sich hervorragend als Leuchtturmprojekte für modernen Holzbau.
Mehr Laubholz braucht klare politische Rahmenbedingungen
Durch den dringend notwendigen Waldumbau wird künftig deutlich mehr Laubholz anfallen. Das ist ökologisch richtig – politisch darf jedoch nicht versäumt werden, die baulichen und industriellen Strukturen darauf vorzubereiten.
Deshalb fordern wir:
- den Einsatz von Laubholz im staatlichen Hochbau und Ingeniereuholzbau aktiv zu fördern,
- die Forschung zur Laubholznutzung und holzbasierten Bioökonomie auszubauen,
- und die Beratung der Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer sicherzustellen.
Waldumbau ohne Bauwende greift zu kurz. Wenn mehr Laubholz anfällt, muss es auch hochwertig und langlebig im Bauwesen genutzt werden. Denn moderner Holzbau kann weit mehr als Einfamilienhäuser. Innovative Holzwerkstoffe, Hybridkonstruktionen und Ingenieurholzbau ermöglichen mehrgeschossige Wohngebäude, Schulen oder Bürogebäude in nachhaltiger Bauweise.
Ablehnung ändert nichts am Handlungsbedarf
Die Ablehnung unseres Antrags durch die Regierungsfraktionen ändert nichts an der Realität:
Die Klimaziele im Gebäudesektor sind ohne eine deutliche Ausweitung des Holzbaus nicht erreichbar.
Wir werden weiter Druck machen – für mehr Holz im öffentlichen Bau, für bessere Rahmenbedingungen im Ingenieurholzbau und für eine Rohstoffstrategie, die ökologische Verantwortung und innovative Baupolitik zusammenführt.
Holz neu denken heißt: klimafreundlich bauen – mit regionalem Rohstoff, klarer Strategie und politischem Mut.